
„Die Finanzbranche wird sich immer mehr in Richtung eines,
im Silicon Valley würde man sagen ‚Ökosystems‘ entwickeln:
Bankdienstleistungen werden stärker in Netzwerken und in der
Zusammenarbeit mit anderen Anbietern erbracht“
mitnehmen, die sie in ihren Bereichen
einsetzen und mit ihren Kolleginnen
und Kollegen teilen können. Nach
und nach, so sind wir überzeugt, setzen
sich so neue Perspektiven in unserer
gesamten Organisation durch.
Uns ist bewusst, dass dieser Prozess
kein „Selbstläufer“ ist und vor allem
konstante Unterstützung aus dem Management
braucht. Aber wir sind entschlossen,
den eingeschlagenen Weg
mit der gebotenen langfristigen
Perspektive
und Sorgfalt zu gehen. Dazu
gehört auch eine stärkere Öffnung des
Unternehmens für die Zusammenarbeit
über die Grenzen unseres Hauses
hinaus. Mittelfristig wird sich die
Finanzbranche immer mehr in Richtung
eines, im Silicon Valley würde
man sagen: „Ökosystems“ entwickeln.
Bankdienstleistungen werden stärker
in Netzwerken und in der Zusammenarbeit
mit anderen Anbietern und Vermittlern
erbracht.
Umso wichtiger ist es, früh in diese
Netzwerke eingebunden zu sein und sie
mitzugestalten – etwa über die Kooperation
mit Fintechs, Gründerzentren
und Forschungseinrichtungen.
Wer sich diesem Wandel verschließt,
riskiert langfristig, erst den Anschluss
und dann umso schneller Geschäfte zu
verlieren.
Bei allen Zukunftsszenarien und Anpassungserfordernissen
darf man die
gesamthafte Weiterentwicklung der
eigenen Organisation nicht vernachlässigen.
Banken sind noch stärker als
früher gefragt, die eigene Arbeit aus
der Perspektive der Effizienz kritisch
zu durchleuchten und dabei stärker die
Möglichkeiten von Kooperationen und
Zusammenschlüssen in den Blick zu
nehmen.
Auch aus diesem Antrieb heraus haben
wir uns im letzten Jahr zu einem
wichtigen Schritt entschieden und die
Fusion zwischen DZ BANK und WGZ
BANK als den beiden verbliebenen
Zentralbanken unserer Organisation
auf den Weg gebracht. Wir schließen
damit einen Konsolidierungsprozess
ab, der vor 113 Jahren mit 52 Zentralbanken
begann und nun in der Schaffung
der DZ BANK – Die Initiativbank
mündete.
Wer mit dem Thema Fusion und
Integration vertraut ist, weiß um die
besonderen Herausforderungen für
Führungskräfte und Organisation und
ebenso um die Tatsache, dass ein Großteil
solcher Projekte nicht nur hinter
Zeitplänen, sondern oft auch hinter den
Erwartungen zurückbleibt. Ein entscheidender
Grund hierfür sind dabei
kulturelle Differenzen zwischen den
fusionierenden Unternehmen.
Vor diesem Hintergrund erwies sich
die tiefe Verankerung der beiden Institute
in der genossenschaftlichen
Finanzgruppe als eine belastbare Ausgangslage,
die durch ein in beiden Fällen
nachhaltiges Geschäftsmodell und
eine stabile Ertrags- und Kapitalbasis
weiter gestärkt wurde. Zusätzlichen
Schub erhielt das gemeinsame Projekt
zweifelsohne durch den zügigen Abschluss
der Transaktion und durch die
FINANZBRANCHE IM UMBRUCH
20 PALAIS BIRON NR. 25 | SOMMER 2017