
ZUKUNFT DER AUTOMOBILINDUSTRIE
eines Konzerns im Zeitalter der Generation
Y aussehen, werden aktuell
neu
verhandelt.
Vergleicht man die Ergebnisse von
Umfragen unter Young Professionals
von 2007 mit denen von 2015, dann
haben sich die Erwartungen deutlich
verändert: Jungen Arbeitnehmern von
heute ist eine ausgewogene Work-Life-
Balance wichtiger als ihren Vorgängern.
Gleiches gilt für einen kooperativen
Führungsstil von Vorgesetzten oder für
die Attraktivität des Standortes eines
Arbeitgebers. Was erstaunlich ist: Ein
hohes Maß an Eigenverantwortung ist
nicht mehr so entscheidend für die Auswahl
eines Stellenangebotes wie noch
vor zehn Jahren.
Daraus lassen sich mehrere Erkenntnisse
ableiten: Ein kreatives Umfeld,
gewisse
Eigenbestimmung von Arbeitsort
und -zeit, neue Bürokonzepte und familienorientierte
Arbeitsmodelle
werden
Talente eher in ein Unternehmen
ziehen
als die Aussicht auf Karriere und maximale
Vergütung. Dies gilt ähnlich für das
Produktionsumfeld und die dortigen
Arbeitsplätze. Potenzielle Mitarbeiter
sind interessiert daran, bei Unternehmen
einzusteigen, denen sie vertrauen,
die bereit sind, ausgetretene Pfade zu
verlassen und die sich an langfristigen
und nachhaltigen Zielen orientieren.
Auch hier greift der strategische Ansatz
von ZF –mit einer konsequenten
Modernisierung der Arbeitswelt im
Konzern und dem neuen „Bürokonzept
3.0“ mit starker Digitalisierung und der
räumlichen wie zeitlichen Flexibilisierung
von Arbeitsplätzen.
So wird die digitale Kernkompetenz
von Mitarbeitern und Unternehmen gefördert
und gestärkt. Daran anknüpfend
kann ZF weitere Konzepte vorantreiben,
von der Schaffung neuer Ausbildungsmodelle
oder neuer Berufsbilder bis
hin zur Personalisierung des Lernens
durch einen „eCampus“. Attraktive
Arbeitsumgebungen brauchen offene
Homezones,
interdisziplinäre Teamarbeit,
modernisierte Management- und
IT-Infrastrukturen.
Um mit dem rasanten Technologiewandel
mitzuhalten, dürfen Unternehmen
sich in Zukunft nicht alleine auf
ihre gewachsenen Kompetenzen verlassen.
Wenn sich aus der Geschichte von
IBM etwas lernen lässt, dann, dass es
sich lohnt, neue Wege zu gehen. Deswegen
müssen Unternehmen bereit
sein, neue Kooperationen zu wagen,
neue Schnittstellen zu finden. Ein Beispiel,
wie ZF dies umsetzt, ist die Zukunft
Ventures GmbH. Im September
2016 gegründet, hat diese Gesellschaft
eine klar umrissene Aufgabe: die Beteiligung
an Firmen – insbesondere
Start-ups – die in für ZF interessanten
Technologiefeldern aktiv sind. Zukunft
Ventures kennt weder technologische
noch geografische Grenzen, es hat auch
keinen festen Etat. Die GmbH entscheidet
von Fall zu Fall flexibel, wie viel
Kapital sie zu welchen Bedingungen
investiert. Das Entscheidende ist die
Passgenauigkeit der Angebote eines
Unternehmens zur Strategie des ZFKonzerns.
Stefan Sommer (128. BBUG) bei seinem Vortrag im Palais Biron
Foto: BBUG/MS
38 PALAIS BIRON NR. 25 | SOMMER 2017