
PALAIS BIRON NR. 25 | SOMMER 2017 41
nehmend Menschen das ganze System
infrage stellen. Sie verstehen ihre Welt
nicht oder stellen fest, dass sich unser
Gesellschaftsmodell für sie individuell
nicht mehr auszahlt. Aus einem Gefühl
von Hilflosigkeit speist sich der Wunsch
nach Antworten.
Auf eine komplexer gewordene Welt
und vermeintliche Alternativlosigkeit
antwortet die neue Rechte mit Abschottung,
Stacheldraht und Verschwörungstheorien.
Die Realität auszublenden,
verhindert allerdings nicht, dass sich die
Erde weiterdreht. Unser Anspruch muss
es sein, in einer sich schneller drehenden
Welt Orientierung zu geben. Wir leugnen
die Wirklichkeit nicht. Wir wollen
sie gestalten. Wir wollen uns den Herausforderungen
unserer Zeit stellen. Und
wir zeigen echte politische Alternativen
auf, die das Leben der Menschen besser
machen. Die sozialdemokratischen
Grundwerte Freiheit, Gleichheit, Solidarität
sind dabei kein Bekenntnis zu Folklore,
sondern unser innerer Kompass.
Es ist Zeit für mehr Gerechtigkeit.
Gerechtigkeit ist dabei mehr als bloß
Umverteilung. Wir meinen die gerechte
Verteilung von Lebenschancen. Immer
häufiger sind Biografien von der
eigenen Herkunft abhängig. Wir wollen
eine freie Aufstiegsgesellschaft, in
der Glück und Erfolg von der eigenen
Leistung abhängen, nicht vom Wohnort
oder Elternhaus. Es ist aber nicht nur
diese gesellschaftspolitische Vision,
die uns antreibt. Denn Gerechtigkeit ist
ebenso die Basis für wirtschaftlichen
Erfolg. Auch die OECD konstatiert:
Die zunehmende Ungleichheit verhindert
Wachstum. Deswegen ist eine gerechtere
Politik auch der Schlüssel zum
Erhalt unseres Wohlstandsmodells.
Um mehr Gerechtigkeit zu erreichen,
müssen wir vielfältigen Herausforderungen
begegnen. Die nachfolgende
Aufzählung ist nicht abschließend,
zeigt aber, wie viel wir tun müßen um
wieder alle Menschen zu erreichen.
Foto: shutterstock 608197967
Innerer Kompass:
Freiheit, Gleichheit,
Solidarität