
Nach der Ausbildung zum Bankkaufmann
bei der Deutschen Bank und dem Betriebswirtschaftsstudium an der
Universität Mannheim
arbeitete Fischer zwölf Jahre an unterschiedlichen Standorten
der ITT Automotive in
Bietigheim
Bissingen, Korea, USA und Frankfurt, zuletzt als General Manager „Produktlinie elektrische Motoren“.
Anschließend übernahm er die CEO-Position bei Hasco Hasenclever in Lüdenscheid.
Seit 2002 ist Herr Fischer Aufsichtsratsvorsitzender
der MANN+HUMMEL Gruppe, Ludwigsburg, geschäftsführender
Gesellschafter mehrerer mittelständischer
Firmen im Bereich Projektmanagement, Kunststoff, Automotive und nimmt
diverse Aufsichtsrats- und Beiratsmandate wahr.
Thomas Fischer ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne.
provozierende
Herausforderungen und neue
Blickwinkel. Nein, vor allem durch die
Option,
die Gruppe als Resonanzboden auch
für die Auseinandersetzung
mit einer Fragestellung
zu nutzen, die uns in meinem Unternehmen
sehr beschäftigt. So eine Reflexion
kann nur in der offenen, aber vertraulichen
Atmosphäre der BBUG gelingen. Und als
Gesprächsleiter hat man, wenn man es denn
will, auch die Chance, selbst an dem vertrauensvollen
und vorbehaltlosen Peer-Coaching
der Gruppe teilzuhaben.
Gemeinsam mit der MANN+HUMMEL
Geschäftsführerin Finanzen, Emese
Weissenbacher,
habe ich diese von Frank
Trümper
eröffnete Chance genutzt und
aus einem ursprünglich eher generischen
Thema
zur Unternehmenskultur ein Format
entwickelt,
das die Gruppe einlud, wesentlich
tiefer als in einer normalen Einheit von Vortrag
und Diskussion in unser Thema einzusteigen.
So präsentierten wir der Gruppe eine
Roadmap strategischer Maßnahmen und Projekte,
die Geschäftsführung und Aufsichtsgremien
in unserem Unternehmen in den
letzten Monaten eingeleitet haben, um uns
auf eine größere Transformation zur Bewältigung
gegenwärtiger und kommender Herausforderungen
vorzubereiten. Dabei ging
es durchaus „ans Eingemachte“, um einen
ganzen Strauß von elementaren Maßnahmen,
die die Kerndimensionen
des Unternehmens
betrafen – von der Führungsorganisation zum
Führungsstil, von Geschäfts- bis zu den Steuerungsmodellen.
Eingeleitet von einem nur
kurzen Vortrag und dann vertieft in mehreren
kleineren, parallelen Diskussionsrunden
in wechselnder Besetzung, stellten wir der
Gruppe die Frage, was wir hätten besser oder
anders machen können und was wir jetzt einleiten
oder korrigieren sollten. Da wir uns
nicht zurückhielten und mit großer Transparenz
alle relevanten Sachverhalte schilderten,
und da die Teilnehmer sachlich und konstruktiv,
kritisch und ohne Hemmungen fragten
und zu herausfordernden Urteilen kamen, war
diese Sequenz für uns außerordentlich wertvoll.
Sich und sein Tun so auf den Prüfstand
stellen zu können, einen so qualifizierten
Resonanzboden zu haben, und – als Gruppe
– „eine Case Study am lebenden Herzen“ erleben
zu können – das macht sicher nicht nur
für mich den besonderen Wert der BBUG aus.
THOMAS FISCHER
Und es zeigt, wie lebendig die Baden-
Badener Unternehmer Gespräche nach wie
vor sind. Ohne ihre Tradition und Mission
aufzugeben, mutig nach vorne gehend, gesellschaftliche
Themen und Tendenzen aufnehmend
und hinterfragend, bieten sie in bewährten
und immer wieder neuen Formaten
eine einzigartige Mischung aus Wissen, Einsicht,
Orientierung und Selbstreflexion mit
anderen Experten, die am Ende auch noch zu
Freunden werden.
Keine Frage: Es lohnt sich, bei den Baden-Badener
Gesprächen dabei zu sein. Als Teilnehmer
sowieso. Und vielleicht noch mehr
(in jedem Falle noch einmal ganz anders!)
als Gesprächsleiter. Was immer der Aufwand
ist, sich dafür frei zu machen: Er lohnt sich!
Für sich selbst sowieso – und auch für die
Gruppe, wenn man bereit ist, sich ganz auf sie
einzulassen und sich ihr auch als Mensch zu
öffnen.
Foto: BBUG/MS
PALAIS BIRON NR. 25 | SOMMER 2017 95