
PALAIS BIRON NR. 25 | SOMMER 2017 21
WOLFGANG KIRSCH
Wolfgang Kirsch begann seine berufliche Karriere 1975 mit einer Banklehre bei
der Deutschen Bank. Von 1977 bis 1981 studierte er Betriebswirtschaftslehre an
der Universität Köln. Von 1981 bis 2002 war er für die Deutsche Bank in Viersen,
Düsseldorf, Singapur und Frankfurt am Main tätig, zuletzt als Managing Director
im Bereich Corporate und Investment Banking. Im April 2002 wechselte er in den
Vorstand der DZ BANK. Seit September 2006 ist Herr Kirsch Vorsitzender des
Vorstands. Neben zahlreichen weiteren Mandaten ist er Aufsichtsratsvorsitzender
der R+V Versicherung AG, der Bausparkasse Schwäbisch Hall AG und der Union
Asset Management Holding AG sowie Mitglied im Stiftungsrat der Stiftung Marktwirtschaft.
WOLFGANG KIRSCH
überwältigend hohe Zustimmung der
Anteilseigner.
Eine gelungene Fusion erleichtert,
begründet aber noch keine reibungslose
Integration und so lassen sich mit
dem Blick auf das vergangene Jahr vier
Faktoren besonders hervorheben, die
für den erfolgreichen Verlauf dieses
Projekts wesentlich waren:
1 Es bestand bereits früh Klarheit
über das Zielbild und die Gesamtstruktur
der neuen Organisation. Die
Führungsmannschaft und der Organisationsaufbau
standen bereits zu einem
frühen Zeitpunkt fest, der Interessenausgleich
und der Sozialplan mit der
Arbeitnehmervertretung wurden ebenso
vorausschauend vereinbart.
2 Klarer Fokus lag auf der operativen
Stabilität. Die Integration der IT
verlief nach Plan, wichtige Einzelmigrationen
wurden bereits früh realisiert.
Der neue Markenauftritt des gemeinsamen
Instituts als „DZ BANK – Die
Initiativbank“ wurde ab Tag eins konsequent
umgesetzt.
3 Es wurde für eine nachhaltige und
langfristige Projektbegleitung gesorgt
und auch in der Post-Merger-Phase eine
entsprechende Struktur beibehalten.
4 Vielleicht wichtigster Punkt: das
Bewusstsein innerhalb der Führungsmannschaft,
dass eine Integration eben
nicht nur eine Frage der Prozesse und
Strukturen, sondern vor allem eine
Führungsaufgabe ist.
Heute, rund ein Jahr nach der Fusion
zum neuen starken Zentralinstituts der
genossenschaftlichen Finanzgruppe,
sind wir natürlich noch nicht am Ende
dieses Prozesses angekommen. Es stehen
uns noch weitere Migrationsschritte,
die vollständige fachliche Integration
und die Hebung der noch verbleibenden
Synergien bevor. Gleichwohl können
wir mehr als zufrieden mit dem Erreichten
sein: Bei der Hebung von Synergien
liegen wir im Plan. 21 unserer 28 Bereiche
sind schon in der Zielaufstellung
und wir konnten mit einem Ergebnis
von 2,2 Milliarden vor Steuern auch ein
erfolgreiches Geschäftsjahr verbuchen –
der beste Beweis dafür, dass die Integration
auf dem besten Weg ist.
Die gemeinsamen Erfahrungen der
letzten Monate dürfen uns mehr als
zuversichtlich stimmen, dass wir nicht
nur den Integrationsprozess zu einem
erfolgreichen Abschluss führen, sondern
auch den eingangs geschilderten
Herausforderungen unserer Branche
konstruktiv begegnen werden.
Die Bankenbranche befindet sich
aktuell zweifelsohne in einer ihrer
wohl grundlegendsten Umbruchphasen,
doch ebenso grundlegend sind die
Antworten auf die damit verbundenen
Herausforderungen. Sie liegen in einem
zeitgemäßen Geschäftsmodell, im konsequenten
Einsatz von Technologien
und einer Organisation, die die richtige
Balance zwischen Innovation, Stabilität
und Marktorientierung aufweist.
Wir sind auf diesem Weg bereits ein
gutes Stück vorangekommen und wir
sind zuversichtlich, dass wir uns diese
Initiative auch mit dem Blick nach
vorne erhalten werden.
Foto: DZ Bank